Bewerbungsmappe
Zwischen einer und zehn Minuten begutachten Personalverantwortliche Bewerbungen. Grobe Fehler bei der Gestaltung der Bewerbungsmappe finden keine Gnade. Vorbereitung, Sorgfalt und Kreativität lohnen sich aber für die entscheidende persönliche Note.
Anschreiben, Lebenslauf, Foto, Zeugnisse, Praktikumsnachweise, Mappe und eine ordentliche Verpackung - mehr muss es formal nicht sein. Allerdings bereitet schon das vielen Hochschulabsolventen Probleme. Bei Grosskonzernen gehen monatlich mehrere hundert Bewerbungen ein. Zwischen einer und zwei Minuten - mehr Zeit bleibt nicht für die erste Beurteilung und Vorauswahl einer Mappe. Das Geheimnis der perfekten Bewerbung: kurz, präzise und konkret.
Sorgfalt lohnt sich!
Ziel ist die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Dazu müssen sich Bewerber für ein Unternehmen interessant machen. Wer das nachlässig betreibt, hinterlässt bei seiner ersten Arbeitsprobe für den möglichen neuen Arbeitgeber einen negativen Eindruck. Folgende Standardunterlagen können schon vor einer konkreten Bewerbung bereit gehalten werden: Schul-, Studien- und Arbeitszeugnisse, Praktika- und Sprachbescheinigungen, Fotos, Briefpapier, Umschläge und Klemmordner. So bleiben genug Zeit und Konzentration für das Anschreiben.
Zwei Anforderungen machen das Anschreiben zu einer harten Nuss. Erstens soll es die individuellen Voraussetzungen des Bewerbers mit den Stellenanforderungen eines Unternehmens verbinden. Zweitens sollte es auf komprimierte und präzise Art den Leser neugierig auf ein Vorstellungsgespräch machen. Es ist nicht Aufgabe des Personalchefs, Verknüpfungen herzustellen und die Vorzüge des Bewerbers aus dessen sprachlichen Girlanden herauszulesen. Und: Eine Seite muss reichen, um kurz und präzise die Qualifikation und Motivation für die Bewerbung zu beschreiben.
Ehrlichkeit ist selbstverständlich
Die Darstellung der eigenen Qualifikationen im Lebenslauf muss den Anforderungen der ausgeschriebenen Position entsprechen. Dazu werden die Lebensstationen auf ein bis zwei Seiten gebündelt: Persönliche Daten, Schule, Ausbildung, Studium, Praktika, Berufspraxis, Weiterbildung, Fremdsprachen. Hobbys, Ehrenämter, Militär- oder Zivildienst sollten nur dann ausführlicher behandelt werden, wenn sich Bezüge zur Ausschreibung herstellen lassen.
Wichtig sind Lückenlosigkeit, Ehrlichkeit und Zielstrebigkeit. Daten werden deshalb monatsgenau und nicht nur in Jahren angegeben.
Zur vollständigen Bewerbungsmappe gehören neben Anschreiben und Lebenslauf auch Zeugnisse sowie je nach Branche und Unternehmen Arbeitsproben, polizeiliches Führungszeugnis, Handschriftenproben. Das Foto kann in schwarz-weiss oder Farbe sein. Damit die Unterlagen sicher und sauber ihren Bestimmungsort erreichen, sollte der Umschlag mit Pappe verstärkt sein. Bitte keine Klarsichtfolien verwenden. Teure Designermappen und komplizierte Klappsysteme müssen es auch nicht sein. Die Inhalte sollen überzeugen.
Quelle: Praxisführer 2004/05

